Fünf Regeln für den Weinkauf

Ab und zu bin ich in den Discountern unterwegs. Nicht, um den Wocheneinkauf zu erledigen, sondern um das Weinsortiment auszubaldowern. Ist wohl noch immer eine déformation professionnelle, eine Berufskrankheit. Schauen, was andere so haben.

 

Früher, das heisst noch vor 15 Jahren, war es für den Weinkunden einfach: man ging zum Fachhändler, wurde dort gut beraten und ging mit seinem Weineinkauf zufrieden nach Hause. Grössere Mengen wurden nach Hause geliefert und vom Weinhändler des Vertrauens oft noch in den Keller getragen. Gute, alte Zeit.

 

Heute ist es dank des Onlinehandels möglich, praktisch jeden Wein jederzeit und überall zu bestellen. Wenn früher besondere Weintrouvaillen dem Fachhandel vorbehalten waren, findet der listige Weinfreund heute auch hochdekorierte Weine im Internet, im Supermarkt, bei Discountern. Oder sogar an der Tankstelle, am Bahnhofskiosk oder in einer Ecke der Modeboutique. Woran das liegt? Nun, auch in der schönen Weinwelt spielt ein knallharter Markt: Der Weinabsatz sinkt stetig (ein fitnessbewusster Lebensstil verträgt keinen Alkohol ;-)), das Angebot an qualitativ guten bis sehr guten Weinen steigt. Jedes Weingut muss verkaufen, da werden dann auch mal Vorbehalte gegenüber Supermärkten oder Onlinehändlern über Bord geworfen. Verkauft ist verkauft.

 

Diese Woche habe ich einmal mehr gestaunt, als ich um die riesigen Kartonberge bei einem Discounter herumgewandert bin. Da stapelten sich beispielsweise Kartons der Tenuta Argentiera, einem renommierten Weingut aus dem Bolgheri/Italien. Noch vor acht Jahren mussten wir froh sein, wenn wir als Fachhändler vom Weingut mit Lieferungen berücksichtigt wurden. Heute findet man die Weine überall.

 

 

Worauf muss man beim Weinkauf noch achten, wenn es doch mit dem Internet so einfach geworden ist?

 

 

 

Auch in der faszinierenden, neuen Weinwelt gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte, möchte man nach dem Weinkauf nicht enttäuscht in die Weinröhre gucken. Um sich im riesigen Flaschenwald zurecht zu finden, haben wir euch fünf wichtige Weinkaufsregeln zusammengestellt:

 

 

1. Jahrgang beachten

 

Vorsicht bei Aktionen, da werden oft alte Jahrgänge angeboten! Bei den Rotweinen ist das nicht so ein Problem, aber Weiss- und insbesondere Roséweine sollten jung und frisch getrunken werden. Also Hände weg von beispielsweise Roséweinen, die älter als zwei Jahre sind! Bei Weissweinen ohne Fassausbau gilt dies ebenso.

 

 

2.Transport- und Lagerbedingungen berücksichtigen


Gewisse Weine reisen um die ganze Welt, oder noch weiter. Sie werden beispielsweise zu Spekulationszwecken hin und her verschoben, in Schiffscontainern, Bahnwaggons, Lastwagen; oft ungekühlt und zusammen mit anderen Waren. Wer den Wein bei unbekannten Quellen kauft, weiss nicht, welche Odyssee der Wein bereits hinter sich hat. Deshalb keine grossen Mengen auf einmal kaufen und am besten zum Fachhändler gehen. Dieser importiert in der Regel selbst und direkt vom Weingut. Wir bevorzugen hinsichtlich der kürzeren Transportwege Weine aus Europa und meiden, wenn möglich, Überseeweine.

 

 

3. Beratung einholen


Wer das Glück hat, in einer Weinregion zu wohnen: Die Winzer in der Umgebung besuchen, sich direkt beim Erzeuger beraten lassen und den Wein vor Ort beziehen. Aber Vorsicht bei Ferienkäufen! Im Urlaub ist man relaxt und auch mittelprächtige Tropfen schmecken wunderbar. Zu Hause, nach einem stressigen Arbeitstag dann aber weniger… Wer seinen Wein im Laden kauft, sollte sich der Unterschiede zwischen Supermarkt und Weinfachhandel bewusst sein. Beide bieten mittlerweile sehr gute Qualität an, im Supermarkt fehlt aber oft die klimatisierte Lagerung und die grelle Beleuchtung ist nicht des Weines Freund. Ausserdem kann nur ein Weinfachhändler eine kompetente Beratung garantieren und liefert oft auch eine persönliche Geschichte zum Weingut und Hintergrund-informationen zum Wein. Wer ohne Emotionen einkauft und keine Beratung benötigt, kann sich gut im Internet eindecken. Ein Blick auf die AGB (was passiert bei Korkfehler, Transportschäden etc.) ist aber zwingend.

 

 

4. Vor dem Kauf degustieren


Ganz wichtig: Einen Wein, wenn möglich, vor dem Kauf degustieren. Sei es an speziellen Weinmessen, Tagen der offenen Tür, Wine & Dine-Veranstaltungen etc. Ansonsten eine einzelne Flasche kaufen, umgehend verkosten und bei Gefallen die gewünschte Menge bei der gleichen Bezugsquelle besorgen. Darauf achten, dass es sich um denselben Jahrgang handelt.

 

 

5. Kaufe und trinke, was dir schmeckt


Teurer ist nicht immer besser, nur dein Geschmack zählt. Wann ist ein Wein gut? Wenn er dir schmeckt. So einfach ist das.

 

 

 

 

Damit eure Geldbeutel geschont und gute Weine in eure Weinkeller finden, werden wir euch in nächster Zeit mit konkreten Weintipps aus aktuellen Aktionsangeboten versorgen.

 

 

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