Die-mit-dem-Wein-aufgewachsen-ist

Das kommt davon, wenn man sich zu intensiv auf anderen Weinblogseiten rumtreibt. Mich beschäftigt seit ein paar Tagen die Frage, wie ich mich denn nun im Blog bezeichnen soll. Als Weinfachfrau? Weinliebhaberin? Weinenthusiastin? Mir schwirren noch dutzende weitere Begriffe durch den Kopf, mit denen ich mich vor ein paar Wochen noch gar nicht beschäftigt hatte, die ich  aber auf anderen Weinblogseiten entdeckt habe: Weinkenner, Weinfreak, Weinweib um nur ein paar zu nennen. Nun ja, bei mir würde eigentlich ein Begriff ganz gut passen: Die-mit-dem-Wein-aufgewachsen-ist.

 

Schon im Babybauch bin ich mit Wein in Kontakt gekommen, im positiven Sinn wohlgemerkt. Habe ich doch gespürt, dass ab und zu ein Gläschen Wein meiner Mami ganz gut getan hat. (Geschadet hat es mir nicht – zumindest sagen das objektive Betrachter wie mein Mann). Dann hat es mein Papa irgendwie geschafft, an jenem sommerlich warmen 2. März 1977 eine Flasche Champagner auf die Geburtsabteilung des Kantonsspitals Münsterlingen zu schmuggeln, um mit seiner Frau und Baby Fabienne auf das Leben anzustossen. Ich habe selbstverständlich nur ein Tröpfli des Edelgetränks abgekriegt. Aber hallo, das war doch eine Ansage!

 

Es folgten Kinderjahre, in denen sich das Familienleben um das neu gegründete Weinfachgeschäft drehte. Meine Eltern hatten nämlich begriffen, dass die Schweizer Weintrinker der 1970er Jahre dringend etwas Entwicklungshilfe in Sachen Wein nötig hatten. Wer in jener Generation herumfragt, bekommt zu hören, dass man sich seinerzeit fast hauptsächlich mit weissen Chasselas- und roten Pinot Noir-Weinen zufrieden gegeben hat. Wer etwas auf sich hielt, kredenzte Tropfen aus dem ausländischen Burgund oder dem Bordeaux, Experimentierfreudige versuchten sich bereits damals an Gewächsen aus dem Chianti oder Rioja. Das Gros der Schweizer Weintrinker blieb aber beim einheimischen Schaffen – oder liess sich mit Kalterersee-Panschwein von minderer Qualität abspeisen. Ein gutes Umfeld also für eine Weinhandlung, die es sich von Anfang auf die Fahne schrieb, neue, hochqualitative Weinperlen zu entdecken und diese den Kunden zugänglich zu machen.

 

 

Schnell wuchs das Handelsvolumen des Familienbetriebs; auf die französischen Flaschenweine folgten italienische, spanische, österreichische, portugiesische, deutsche, ungarische. Und mir blieb als Teenager nichts anderes übrig, als an diversen Weinmessen erst Gläser abzutrocknen, gleichzeitig zuzuhören, wie meine Eltern Weininteressenten berieten, um schliesslich selbst Kunden zu beraten. Über viele Jahre habe ich so mein Weinwissen stets ergänzt.

 

Bis ich dann im Anschluss an mein Betriebswirtschaftsstudium 2002 in die Geschäftsleitung des elterlichen Betriebs einstieg und der Rebensaft gänzlich zum Lebensmittelpunkt wurde. Seit nunmehr fünf Jahren frönen mein Mann und ich den Weinfreuden nur noch privat, doch die Faszination für die Welt der feinen Tropfen blieb. Als Konsequenz daraus entstand dieser Blog, damit wir unsere Freuden und  Erfahrungen mit euch allen teilen können. 40 Jahre leben mit Wein -  das können nun wirklich nicht viele Blogger von sich behaupten, oder?

 

Uns jetzt seid ihr gefragt, liebe Leserinnen und Leser, was denkt ihr? Weinpoetin? Weinerzählerin? Weinautorin? Welche Bezeichnung passt am besten zu mir? Oder habt ihr noch ganz andere Vorschläge?

 

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Ich freue mich auf euer Feedback!
Herzlichst, eure Fabienne

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