Roero - unbekanntes Piemont

Ich gebe zu, es brauchte einen Moment, bis ich die Magie dieses Landstrichs eine Stunde südlich von Turin spürte. Umso stärker ist die Liebe heute – nach mittlerweile vier Besuchen, wunderbaren Reisen, erlebnisreichen Zauberwochen.

 

 

 

Das Städtchen Canale ist eines der Zentren dieser Region. Und genau hierher kommen wir in regelmässigen Abständen. Um abzuschalten und zu geniessen. Und zwar hauptsächlich den hervorragenden Wein hier, Arneis und Favorita bei den Weissweinen, Barbera und Nebbiolo bei den Rotweinen.

 

Lange lag das Roerogebiet, das in unmittelbarer Nähe zu den weltberühmten Weingebieten des Barolos und Barbarescos liegt, im Dornröschenschlaf. Man produzierte Weine für den lokalen Gebrauch, kaum jemand ausserhalb Italiens kannte z. B. die Traubensorten Arneis und Favorita. Liegt es daran, dass der Roero halt auf der anderen, der linken Seite des Tanaro-Flusses liegt? Und hier die Böden noch vor 10‘000 Jahren unter dem Meeresspiegel lagen und folglich das kalkhaltige, stellenweise sehr sandige Terroir ganz eigene Weine hervorbringt ? Egal, denn jetzt ist die Zeit des Roero gekommen.

 

Es herrscht nämlich Aufbruchstimmung hier. Das zeigt sich beispielsweise bei unserem Besuch bei der Cascina Chicco in Canale. Ein prächtiger Neubau zieht sogleich unsere Blicke auf sich:

 

Wow, hier wurde nicht gekleckert!

 

Umso erstaunter sind wir über den herzlichen und spontanen Empfang. Zwar stecken alle noch voll in der Erntezeit, ein mächtiges Tiefdruckgebiet rückt heran und die letzten Nebbiolo-Trauben wollen noch vor dem vielen Regen geerntet werden. Denn auch die besten Schmalspurtraktoren haben auf den rutschig-nassen Sandwegen in den Rebbergen ihre Mühe…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die letzten Nebbiolo-Trauben werden vom Rebberg in Kunststoffboxen zum Weingut transportiert, direkt abgebeert und in die Gärtanks gepumpt.

 

 

Trotzdem findet die junge Hausherrin Zeit, uns durch das imposante Weingut zu führen. Wir staunen – und erzählen und zeigen euch zur Cascina Chicco mehr in einem anderen Bericht!

 

Und die Cascina Chicco ist nicht allein. Auch kleinere Weingüter investieren in neue Degustationsräume, um die steigende Zahl der Genusstouristen professionell empfangen zu können. Es wird Personal eingestellt, dass Besucher durch die Weingüter führt. Was für eine wohltuende Unkompliziertheit in Zeiten, in denen man sich beispielsweise im Barolo nur mit Anmeldung und auf Empfehlung zu den Weinproduzenten wagen darf! Auch die Anlagen und Weinbereitungsmethoden sind im Roero mittlerweile auf dem neusten Stand – das zeigt sich in zugänglichen und fruchtigen Weinen. Ein typischer Repräsentant dafür ist auch die Cantina Marco Porello in Canale. Ein kleinerer Produzent mit exzellenten Weissweinen!

 

Also uns gefällt’s auch landschaftlich. Das Roero ist hügelig und herrlich unaufgeräumt. Oder gibt es eine Struktur, eine Ordnung, wie die verschiedenen Plantagen -  Reben neben Haselsträuchern und Pfirsichbäumen – angebaut werden?

 

 

 

Uns ist’s egal. Wir schauen von der Terrasse unseres Ferienhauses verklärt rüber nach Cisterna d‘ Asti – ein idyllisches Kleinstädtchen auf der nächsten Anhöhe. Und denken uns: Hier ist die Welt noch in Ordnung.

 

 

Na dann, auf bald wieder bei Weinparkett! Bald lest ihr hier unseren Degustationsbericht über unsere Weinfavoriten aus dem Roero. Ci vediamo!

 

 

Weitere Informationen zur Region:

Langhe & Roero - Menschen, Vino, Delikatessen

 

 

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